17. März 2026

Alumni-Netzwerk goes MINT-International

Was als Frage in die Runde beim Alumni-Treffen vor dem MINT:Barcamp in Hamburg begann, wurde heute zu einer gemeinsamen Austauschrunde mit den Alumni-Netzwerken der MINT-Regionen und der MINT-Qualitätsoffensive. Damals fiel der Blick auf das MINT-Ausland: Welche Angebote gibt es in Europa, aber auch weltweit, die mit den Strukturen der MINT-Netzwerke in Deutschland und Österreich vergleichbar sind? Wie sind die Schulsysteme aufgesetzt, welche Gremien und übergeordneten Netzwerke zur MINT-Bildung gibt es im Ausland? Zunächst wurden Erfahrungen aus Slowenien, Frankreich und UK geteilt, aber auch erste Fragen für einen geplanten vertiefenden Austausch gesammelt.

Diese Fragen zu MINT International hat Janic Kreutter von MINTvernetzt und dem Nationalen MINT Forum aufgenommen. Als Ansprechperson für Innovation & Global Engagement sorgt Janic für internationale Vernetzung, sammelt Best Practice und bringt frische Ideen sowie inspirierende Personen und Projekte nach Deutschland.

MINT-Strukturen in Deutschland und Europa

Der erste Blick richtet sich auf die Europakarte, auf landesweite Strukturen und die Netzwerke vor Ort, die mit den MINT-Regionen vergleichbar sind. Hier ist Spanien möglicherweise das Land in Europa, das Deutschland von den Strukturen am nächsten kommt. Die außerschulische MINT-Bildung ist außerhalb Deutschlands nicht so diversifiziert und oftmals nur an Universitäten und Hochschulen angesiedelt. Der Blick nach Norwegen hebt das ENT3R-Projekt hervor: Studierende gründen ein Start-up und übernehmen MINT-Angebote vor Ort. Ein weiterer Tipp ist die EU STEM Coalition, ein europäisches Netzwerk zur Förderung von MINT-Bildung, die nationale Strukturen europaweit verknüpfen.

Wenn wir auf MINT-Fächer in den anderen europäischen Ländern schauen, sind die Schulsysteme, ob zentralisiert oder dezentralisiert, ein Faktor, aber auch Fläche und Einwohnerzahl des Landes. Auch spielt die Einbindung von Informatik eine Rolle – je eher, desto besser. Deutschland wird tatsächlich von außen als Best Practice angesehen, wenn es um MINT-Fächer, die duale Ausbildung und den hohen Anteil an MINT-Studierenden geht.

Im Vorfeld wurde die Frage nach einem internationalen MINT-Labor-Austausch aufgeworfen, die sich leider nicht leicht beantworten lässt. Hier kann der IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. eine erste Anlaufstelle sein. Besser sieht es bei den internationalen MINT-Wettbewerben aus – von den Olympiaden in den MINT-Fächern, über die FIRST LEGO League bis zu STEM Racing Germany ist die Liste lang oder zumindest länger.

Wer einen Austausch über internationale MINT-Studierende sucht, kann beim Stifterverband fündig werden. Dieser verantwortet beispielweise MINTchallenge International, einem Wettbewerb zur Auszeichnung hochschulischer Maßnahmen zur Integration internationaler MINT-Studierender in den deutschen Arbeitsmarkt, das Förderprogramm „Angekommen, integriert, qualifiziert!“ oder die aktuelle Förderinitiative „Leuchttürme MINTernational“.

Inspiration für die Netzwerkkoordinierenden: What’s next?

In der anschließenden Diskussion der Netzwerkkoordinierenden wurden weitere Beispiele genannt wie der Code Club Luxembourg oder klasse!forschung zur Zusammenarbeit von Schulen und Schulen in Österreich. Die Alumnae in Grenznähe sind durch unseren Austausch angeregt, ihre MINT-Fühler nach Belgien und die Niederlande auszustrecken und Lernorte jenseits der Bundesgrenze aufzusuchen. Eine Netzwerkkoordinierende will die Idee verfolgen, sich auch mit den europäischen Niederlassungen der Unternehmen vor Ort in der MINT-Region zu vernetzen. Abschließend verwies Janic noch auf den Pädagogischen Austauschdienst, der einen Austausch im Schulbereich europa- und weltweit fördert.

Herzlichen Dank an Janic Kreuter für den inspirierenden Überblick und an die Netzwerkkoordinierenden für die anregenden Fragen. Wir sind gespannt, welche Fäden von heute vor Ort weitergesponnen werden, und werden beim nächsten Alumni-Treffen nachfragen.