20. April 2026

Konzeptideen mit Wirkung gesucht

Tipps für die Bewerbung zu unserer Ausschreibung „MINT-Regionen wirken!“

Unter dem Motto „Gemeinsam Ganztag gestalten!“ zeichnen wir in diesem Jahr MINT-Regionen aus, die mit innovativen Ideen und einer engagierten Netzwerkkoordination zur Stärkung von MINT-Kompetenzen im Rahmen von Ganztagsangeboten beitragen wollen. Die Ausschreibung richtet sich neben innovativen Ideen für klassische MINT-Bildungsprojekte auch an kreative Projektideen, die auf den Aufbau, die Weiterentwicklung oder die strategische Ausweitung von Netzwerkstrukturen abzielen. Das können beispielsweise schulisch-außerschulische Kooperationsmodelle, nachhaltige Organisations- und Steuerungsstrukturen oder auch die Etablierung neuer Partnerschaften im Netzwerk sein.

Wenn Du eine Idee hast und diese gemeinsam mit anderen Koordinierenden zwischen Sommer 2026 und Sommer 2027 umsetzen möchtest, dann fülle die Projektskizze aus und lade diese über unser Online-Bewerbungsformular hoch.

Mögliche Beispiele für Ideen bzw. Konzepte mit MINT-Fokus

  • Modellprojekte zur systematischen Zusammenarbeit von Schulen
  • außerschulischen Lernorten, Wirtschaft, Wissenschaft oder Zivilgesellschaft,
  • strukturelle Vorhaben zum Aufbau, zur Erweiterung oder Professionalisierung von Netzwerken
  • Ansätze zur Entwicklung neuer Kooperationsformate, Governance-Strukturen oder nachhaltiger Partnerschaftsmodelle
  • außerschulische MINT-Angebote im Ganztag mit innovativen didaktischen oder methodischen Ansätzen

Dabei müssen die Projektidee einen klaren Innovationsgehalt und Mehrwert für die Region aufweisen und einen nachhaltigen Beitrag zur Stärkung von MINT-Kompetenzen im Ganztag leisten. Auch strukturelle Vorhaben müssen erkennen lassen, wie sie mittel- oder langfristig zur Verbesserung von MINT-Angeboten im Ganztag beitragen, beispielsweise durch verbesserte Zugänge, neue Zielgruppen oder stabile Kooperationsstrukturen.

Ausfüllen der Projektskizze

Stelle Dein Vorhaben mit Problemstellung, Zielen und Motivation zur Umsetzung vor. Beschreibe dabei auch die regionale Ausgangslage und den Handlungsbedarf für den Ganztag. Darüber hinaus möchten wir auch wissen, was das Besondere an Deinem Vorhaben ist, wie Dein konkretere Beitrag als Netzwerkkoordination ist und wie Partnerschaften mitgedacht oder auch neu entwickelt werden. Neben den Ressourcen und Meilensteinen ergänze auch die geplanten Maßnahmen zur Qualitätssicherung und Wirkungsmessung.

Wirkung des geplanten Vorhabens

Wie Mehrwert und Wirkung der eingereichten Ideen und Konzepte für MINT im Ganztag in der Bewerbung dargestellt werden können, dazu haben wir Felix Kimpel, Projektleiter der MINT-Qualitätsoffensive, befragt:

Mit der MINT-Qualitätsoffensive unterstützt Ihr außerschulische MINT-Initiativen bei dem Prozess der Selbstreflexion und Angebotsanpassung. Die Themen Qualität und Wirkung von MINT-Angeboten begleiten Dich täglich. Worauf sollten die Koordinierenden bei ihrer Bewerbung achten – insbesondere dann, wenn es sich um ein geplantes Vorhaben handelt?
In der außerschulischen MINT-Bildung gibt es eine Vielzahl von tollen und engagierten Projekten, die im Großen und Ganzen eine ähnliche Vision haben: mit attraktiver MINT-Bildung junge Menschen (auch im Ganztag) begeistern, um dem Fachkräftemangel in der MINT-Branche entgegenzuwirken.

Spannend ist es durch die Bewerbung zu erfahren, wie genau das Angebot funktioniert, wie die Zielgruppe davon profitiert und was dafür hilfreich ist. Besonders interessieren würde mich aber der „unique selling point” des Angebots, also was die Projektidee im Vergleich zu anderen besonders macht.

Wie lassen sich Mehrwert und Wirkung der Projektidee am besten in der Bewerbung darstellen?
Wirkungen sind Veränderungen in der Gesellschaft, bei Zielgruppen oder deren Lebensumfeld, die in Folge einer gezielten Intervention auftreten. Hohe Teilnehmendenzahlen können zwar beeindrucken, sind nach dieser Definition aber noch keine Wirkung. Erst wenn sich das Bewusstsein, das Handeln oder sogar die Lebenslage der Zielgruppe geändert hat, sprechen wir von Wirkung.

Wichtig ist, wenn man von Wirkungsorientierung spricht, dass man seinen Plan oder seine Idee stets vom Ergebnis her denkt und danach handelt. Mit der sogenannten I-O-O-I-Logik kann man in der Bewerbung versuchen, folgende Fragen zu beantworten:

  1. Welches gesellschaftliche Problem will ich lösen? (Impact)
  2. Welche Veränderungen muss ich bei welchen Zielgruppen bewirken, damit wir das Problem verringern? (Outcomes)
  3. Durch welche Angebote kann ich bei meinen Zielgruppen diese Veränderungen herbeiführen? (Outputs)
  4. Welche Ressourcen benötige ich, um diese Angebote durchzuführen? (Inputs)


Hast Du abschließend noch weitere Tipps für die Bewerbung?
Es sollte zum einen klar sein, bei welcher Zielgruppe das Projekt konkrete Veränderungen bewirken möchte und welche weiteren Zielgruppen wichtig für den Projekterfolg sein könnten.

Zum anderen kann man nur betonen, wie wichtig die Auseinandersetzung mit den Wirkungszielen des Projekts ist. Nicht nur zu Beginn, sondern auch während der Projektlaufzeit. Sie schaffen u. a. ein gemeinsames Verständnis, motivieren somit die Mitarbeitenden und bilden letztendlich die Grundlage für wirkungsorientiertes Monitoring und Evaluation.

Die MINT-Qualitätsoffensive bietet mit der Selbstanalyse „Wirkungsvolle Arbeit außerschulischer MINT-Initiativen“ das passende Tool, um sich mit dem MINT-Angebot hinsichtlich Qualität und Wirkung auseinanderzusetzen. Das kostet Zeit, lohnt sich aber auf jeden Fall. So wird aus vermeintlichem Mehraufwand ein echter Mehrwert – und macht am Ende sogar richtig Spaß! 😊


Lessons Learned aus den Vorjahren zur Bewerbung

Nimm den Blickwinkel der Jury ein: Ist die Bewerbung anschaulich, verständlich und schnell zu erfassen? Lasst die Bewerbung von einer fachfremden Person auf Verständlichkeit gegenlesen. Und achte darauf, dass alle Fragen beantwortet sind und keine Informationen fehlen wie beispielsweise in diesem Jahr

  • Innovationscharakter und Mehrwert für die Region
  • Klare und nachvollziehbare Projektdarstellung
  • Passgenauigkeit Zielgruppe und Ganztag
  • Beitrag der Netzwerkwerkkoordination
  • Nachhaltiges Konzept zur Wirkungsmessung
  • Realisierbarkeit des Projektes in der geplanten Projektlaufzeit


Wir freuen uns auf viele bunte Ideen und neue Konzepte für MINT im Ganztag in den MINT-Regionen. Auf Bewerbungen aus allen Bundesländern mit einer Vielfalt an unterschiedlichen Voraussetzungen vor Ort. Und auf den gemeinsamen Umsetzungsprozess bis zum Sommer 2027, damit wir im Anschluss wieder Inspirationen und Impulse zum Nachmachen mit den über 160 MINT-Regionen in Deutschland teilen können.

Der Bewerbungsschluss ist am 4. Mai 2026 – wir wünschen Freude beim Entwickeln der neuen Ideen und viel Erfolg für die Bewerbung!